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Digitalisierung und Dokumentation Stand: 22. Mai 2026

Protokoll 2.0: eigene Prüfpläne per Wenn-Dann-Logik statt starrer PDF-Formulare

Protokoll 2.0: eigene Prüfpläne per Wenn-Dann-Logik statt starrer PDF-Formulare

Eine Papier- oder PDF-Checkliste ist immer ein Kompromiss. Sie wurde für einen Durchschnittsbetrieb entworfen, nicht für Ihren. Mal fehlt ein Prüfpunkt, der bei Ihrer Fertigung wichtig wäre, mal schleppen Sie zehn Felder mit, die für das konkrete Element gar nicht gelten. Wer Prüfungen ernst nimmt, braucht ein Protokoll, das sich an die eigenen Elemente und Abläufe anpasst und nicht umgekehrt. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie mit dem konfigurierbaren Prüfungsmodul von Elemente ID eigene Prüfpläne per Wenn-Dann-Logik aufbauen, inklusive Bildern und Prüfblöcken, statt ein starres Formular abzuhaken.

Warum starre Checklisten in der Praxis scheitern

Ein festes PDF-Formular kennt nur einen Ablauf. Es fragt jeden Punkt in derselben Reihenfolge ab, unabhängig davon, ob er für das vorliegende Element relevant ist. In der Werkstatt führt das zu zwei typischen Problemen. Entweder ist das Formular so umfangreich, dass die Hälfte der Felder mit "entfällt" oder einem Strich gefüllt wird, oder es ist so schlank, dass für Sonderfälle handschriftliche Notizen am Rand entstehen, die später niemand mehr zuordnen kann.

Hinzu kommt der Medienbruch. Ein Mitarbeiter prüft am Element, notiert auf Papier, fotografiert getrennt mit dem Smartphone und tippt das Ergebnis abends in eine Vorlage ab. Bei jeder Übertragung gehen Informationen verloren oder es entstehen Fehler. Das ist nicht nur unbequem, sondern schwächt die Nachvollziehbarkeit der Dokumentation, gerade dort, wo Rückverfolgbarkeit gefordert ist.

Der niedrige Digitalisierungsstand im Handwerk verschärft das. Laut einer repräsentativen Erhebung von Bitkom Research im Auftrag des Bitkom e. V. (n=504 deutsche Handwerksbetriebe, telefonisch befragt) setzen nur 4 Prozent der Betriebe KI ein und 9 Prozent planen den Einsatz; ein großer Teil dokumentiert weiter analog.1 Wer Prüfungen konfigurierbar digitalisiert, verschafft sich damit einen spürbaren Vorsprung gegenüber der Papierroutine.

Starres PDF gegen konfigurierbaren Prüfplan im direkten Vergleich
Starres PDF gegen konfigurierbaren Prüfplan im direkten Vergleich

Was Wenn-Dann-Logik in einer Prüfung konkret bedeutet

Wenn-Dann-Logik heißt, dass der Prüfplan auf Antworten reagiert. Statt alle denkbaren Fragen anzuzeigen, blendet das Modul Folgefragen ein oder aus, je nachdem, was der Prüfer eingibt. Ein paar Beispiele aus dem Metall- und Fensterbau machen das greifbar.

  • Verzweigung nach Bauteiltyp: Wählt der Prüfer "verschweißtes Bauteil", erscheinen die Felder zur Schweißnahtprüfung. Bei "verschraubt" bleiben diese verborgen, stattdessen werden Anziehmoment und Schraubenklasse abgefragt.
  • Bedingte Pflichtfelder: Markiert jemand einen Prüfpunkt als "nicht in Ordnung", verlangt das Modul ein Foto und eine Beschreibung der Abweichung, bevor weitergeklickt werden kann.
  • Mengenabhängige Wiederholung: Bei mehreren gleichartigen Verbindungen lässt sich ein Prüfblock so oft durchlaufen, wie es nötig ist, ohne dass das Formular vorher die genaue Zahl kennen muss.

Das Ergebnis ist ein Protokoll, das nur die Felder zeigt, die für das konkrete Element wirklich gelten. Das reduziert Leerfelder, beschleunigt die Erfassung und macht die spätere Auswertung sauberer, weil keine Pseudoangaben dazwischenstehen.

Mit Bildern und Prüfblöcken am Smartphone erfassen

Eine digitale Prüfcheckliste lebt davon, dass sie dort funktioniert, wo geprüft wird, also direkt am Bauteil. Das Prüfungsmodul ist für die Erfassung am Smartphone ausgelegt. Der Prüfer arbeitet die Punkte am Element ab, fotografiert kritische Stellen direkt im Prüfschritt und ordnet das Bild damit eindeutig dem richtigen Prüfpunkt zu. Es gibt keine lose Fotomappe mehr, die hinterher zugeordnet werden muss.

Prüfblöcke fassen zusammengehörende Fragen zu einer Einheit zusammen. Ein Block kann etwa "Korrosionsschutz" heißen und Schichtdicke, Sichtprüfung und Foto bündeln. Solche Blöcke lassen sich in mehreren Prüfplänen wiederverwenden, statt sie jedes Mal neu zusammenzustellen. So entsteht über die Zeit eine Bibliothek aus geprüften Bausteinen, die Sie zu neuen Plänen kombinieren.

Was sich am Bauteil dokumentieren lässt

  • Sichtprüfungen mit direkt angehängtem Beweisfoto
  • Messwerte mit Soll- und Istwert
  • Ja-Nein-Entscheidungen, die Folgeschritte auslösen
  • Freitextnotizen für Besonderheiten
  • Unterschrift oder Bestätigung des Prüfers
Vom ausgefüllten Prüfplan zum auffindbaren Nachweis am QR-Code
Vom ausgefüllten Prüfplan zum auffindbaren Nachweis am QR-Code

Eigene Prüfpläne bauen statt fremde Formulare ausfüllen

Viele Werkzeuge am Markt arbeiten mit vorgefertigten Prüfstrukturen, die Sie übernehmen und allenfalls in Grenzen anpassen. Das ist bequem, passt aber selten genau. Die freie Wenn-Dann-Konfiguration mit Bildern und Prüfblöcken ist nach Produktaussage von Elemente ID die Kernunterscheidung des Prüfungsmoduls (so gekennzeichnet, keine unabhängige Einordnung). Anbieter wie AuditReady, StahlNorm oder die Systemhäuser im Fensterbau verfolgen jeweils eigene Ansätze, ein Pauschalurteil über alle Wettbewerber ist hier nicht angebracht.

Der Aufbau eines eigenen Prüfplans folgt einer überschaubaren Logik:

  • Schritt 1: Legen Sie fest, für welchen Elementtyp oder Prozess der Plan gilt, etwa Geländer, Pfosten-Riegel-Fassade oder ein Stahlträger.
  • Schritt 2: Bauen Sie die Prüfblöcke zusammen, also die thematischen Gruppen Ihrer Fragen.
  • Schritt 3: Definieren Sie Bedingungen. Welche Antwort soll welche Folgefrage auslösen, wo ist ein Foto Pflicht, wo ein Messwert.
  • Schritt 4: Testen Sie den Plan an einem echten Element und passen Sie ihn an, wo der Ablauf hakt.
  • Schritt 5: Geben Sie den Plan für das Team frei, sodass alle dieselbe geprüfte Vorlage verwenden.

Weil die Pläne im Betrieb selbst entstehen, bilden sie Ihre Abläufe ab und nicht die eines fremden Mustermandanten. Änderungen pflegen Sie zentral ein, statt aktualisierte PDF-Versionen per E-Mail zu verteilen.

Vom ausgefüllten Prüfplan zum automatischen PDF am QR-Code

Am Ende der Prüfung erzeugt das Modul automatisch ein PDF-Protokoll. Dieses Dokument hängt am QR-Code des Elements, sodass die Prüfung dauerhaft dem richtigen Bauteil zugeordnet bleibt. Wer später den QR-Code am Produkt scannt, gelangt zur digitalen Produktseite und damit zu den dort hinterlegten Prüfprotokollen, Fotos und Messwerten.

Das hat zwei praktische Folgen. Erstens entfällt das nachträgliche Abtippen, weil das PDF aus den erfassten Daten entsteht. Zweitens hilft die feste Verknüpfung mit dem QR-Code dabei, die Zuordnung zwischen Bauteil und Dokumentation zu erhalten, auch wenn Monate oder Jahre vergehen. Für Audits, Reklamationen oder die Übergabe an den Auftraggeber bedeutet das einen geordneten, auffindbaren Nachweis statt eines Aktenordners.

Über das Objektportal lassen sich die Protokolle mehrerer Elemente eines Bauvorhabens bündeln, sodass Auftraggeber oder Prüfstellen einen strukturierten Zugriff erhalten. Das unterstützt die normkonforme Dokumentation, ersetzt aber nicht die fachliche Bewertung durch die zuständigen Personen.

Die Norm liefert den Prüfinhalt, das Modul den flexiblen Rahmen
Die Norm liefert den Prüfinhalt, das Modul den flexiblen Rahmen

Die Norm liefert den Inhalt, der Prüfplan den flexiblen Rahmen

Ein konfigurierbares Modul macht Prüfungen flexibel, es bestimmt jedoch nicht, was geprüft werden muss. Den Prüfinhalt liefern Normen und Herstellervorgaben. Für tragende Stahl- und Aluminiumbauteile fordert die BauPVO eine werkseigene Produktionskontrolle als Grundlage der Leistungserklärung und CE-Kennzeichnung.2 Die DIN EN 1090 konkretisiert dafür Prüfpläne, Rückverfolgbarkeit und die Dokumentation von Prozessen wie Schweißen, Korrosionsschutz und Montage.3 In der Betriebspraxis betrifft das etwa Sichtprüfungen, zerstörungsfreie Prüfungen und die Erstellung von Prüfprotokollen, wie der Bundesverband Metall erläutert.4

Diese Vorgaben gelten in der EU und in Deutschland; für die Schweiz greifen mit dem Bauproduktegesetz und den VKF-Regelungen teils andere Rahmenbedingungen, die Sie gesondert prüfen sollten. Das konfigurierbare Prüfplanmodul ist der Rahmen, in den Sie diese Anforderungen übersetzen. Es ist kein Ersatz für die fachliche Vorgabe und keine Garantie für Normkonformität. Richtig befüllt unterstützt es Sie dabei, die geforderten Inhalte vollständig, strukturiert und wiederholbar zu erfassen.

Häufige Fragen

Wie erstelle ich eine digitale Prüfcheckliste, die zu meinem Betrieb passt?

Sie legen den Elementtyp fest, bauen Ihre Prüfblöcke zusammen, definieren über Bedingungen, welche Antwort welche Folgefrage auslöst, und testen den Plan an einem echten Bauteil. Danach geben Sie ihn für Ihr Team frei. So entsteht eine Vorlage, die Ihre Abläufe abbildet statt eines fremden Standardformulars.

Worin unterscheidet sich Wenn-Dann-Logik von einem klassischen PDF-Formular?

Ein PDF zeigt immer alle Felder. Ein Prüfplan mit Wenn-Dann-Logik reagiert auf Antworten und blendet Folgefragen passend ein oder aus. Dadurch sehen Prüfer nur die Punkte, die für das konkrete Element gelten, was Leerfelder reduziert und die Auswertung sauberer macht.

Kann ich die Prüfung direkt am Bauteil mit dem Smartphone durchführen?

Ja, das Prüfungsmodul ist für die Erfassung am Smartphone ausgelegt. Sie arbeiten die Punkte am Element ab und hängen Fotos direkt im jeweiligen Prüfschritt an, sodass jedes Bild eindeutig zum richtigen Prüfpunkt gehört.

Ersetzt ein konfigurierbares Prüfplanmodul die Normvorgaben?

Nein. Normen wie die DIN EN 1090 und Herstellervorgaben legen fest, was geprüft werden muss. Das Modul ist der flexible Rahmen, in den Sie diese Inhalte übersetzen. Es unterstützt die normkonforme Dokumentation, ersetzt aber nicht die fachliche Vorgabe und garantiert keine Konformität.

Wo finde ich das Protokoll später wieder?

Das automatisch erzeugte PDF-Protokoll hängt am QR-Code des Elements. Über einen Scan gelangen Sie zur digitalen Produktseite mit den hinterlegten Prüfprotokollen, Fotos und Messwerten. Im Objektportal lassen sich die Nachweise mehrerer Elemente eines Bauvorhabens bündeln.

Quellen

  1. Presseinformation: Handwerk – Azubis machen Betriebe fit für die Digitalisierung, Bitkom e. V. (Bitkom Research, n=504, repräsentativ gewichtet), bitkom.org
  2. Verordnung (EU) Nr. 305/2011 (Bauproduktenverordnung, BauPVO), konsolidierte Fassung, Europäisches Parlament / Rat der EU auf EUR-Lex, eur-lex.europa.eu
  3. DIN EN 1090-1/-2/-3: Ausführung von Stahl- und Aluminiumtragwerken, Anforderungen an die WPK und Prüfpläne, DIN / CEN (Sekundärdarstellung), dinmedia.de
  4. FAQ zur DIN EN 1090, Anforderungen an Prüfprotokolle und WPK im Metallhandwerk, Bundesverband Metall (BVM), metallhandwerk.de

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